Nebenberuflich Immobilienmakler werden: Chancen, Voraussetzungen und Tipps

Als nebenberuflicher Immobilienmakler können Sie Ihre Begeisterung für Immobilien mit einer selbstständigen Tätigkeit verbinden – zunächst zusätzlich zu Ihrem Hauptberuf. Der Einstieg klingt flexibel, erfordert aber mehr als gute Verkaufsgespräche: Wer gewerbsmäßig Immobilien vermittelt, muss rechtliche Vorgaben erfüllen, Kunden zuverlässig betreuen und ausreichend Zeit für Besichtigungen, Unterlagen und Verhandlungen einplanen.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Voraussetzungen gelten, wie Sie den Einstieg vorbereiten und worauf Sie bei Zeitplanung, Kosten und Verdienst achten sollten.

Was macht ein Immobilienmakler?

Immobilienmakler bringen Eigentümer und Interessenten zusammen und vermitteln den Abschluss eines Kauf-, Miet- oder Pachtvertrags. Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Eigentümer und Interessenten beraten
  • Immobilien bewerten und Vermarktungsstrategien entwickeln
  • Exposés erstellen und Immobilienangebote veröffentlichen
  • Anfragen bearbeiten und Besichtigungen organisieren
  • Verhandlungen begleiten und den Vertragsabschluss vorbereiten

Der konkrete Umfang hängt vom Auftrag ab. Eine Vermittlung kann sich über Wochen oder Monate erstrecken und umfasst häufig auch kurzfristige Termine am Abend oder am Wochenende.

Welche Voraussetzungen gelten in Deutschland?

Erlaubnis nach § 34c GewO

Wer gewerbsmäßig Immobilien vermittelt, benötigt in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung. Zuständig ist je nach Wohn- oder Geschäftsort die entsprechende Behörde. Für den Antrag werden unter anderem die persönliche Zuverlässigkeit und die geordneten Vermögensverhältnisse geprüft. Welche Nachweise erforderlich sind, erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Behörde.

Eine bestimmte Ausbildung ist für die Erlaubnis grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Fachkenntnisse sind dennoch wichtig: Makler müssen unter anderem Immobilien, Vertragsabläufe und ihre Informationspflichten verstehen. Außerdem gelten für Immobilienmakler gewerberechtliche und geldwäscherechtliche Pflichten. Informieren Sie sich vor dem Start über die für Ihre Tätigkeit geltenden Anforderungen.

Gewerbe anmelden und steuerliche Fragen klären

Eine selbstständige Maklertätigkeit ist in der Regel ein Gewerbe. Neben der Erlaubnis müssen Sie daher üblicherweise ein Gewerbe anmelden und Ihre Tätigkeit beim Finanzamt erfassen lassen. Je nach Umsatz und Ausgestaltung können Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer relevant sein. Eine steuerliche Beratung kann helfen, die passende Vorgehensweise festzulegen.

Arbeitsvertrag und Hauptberuf prüfen

Wenn Sie angestellt sind, sollten Sie vor Aufnahme der Nebentätigkeit Ihren Arbeitsvertrag und betriebliche Vorgaben prüfen. In vielen Fällen muss der Arbeitgeber informiert werden; ob eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich ist, hängt von Vertrag und Situation ab. Die Nebentätigkeit darf berechtigte Interessen des Arbeitgebers nicht beeinträchtigen, etwa durch Konkurrenz, Leistungseinbußen oder Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen.

Wie viel Zeit braucht die Tätigkeit?

Der Arbeitsaufwand lässt sich schwer pauschal beziffern. In einer ruhigen Phase kann die Tätigkeit überschaubar sein; bei einem konkreten Verkaufs- oder Vermietungsauftrag steigt der Aufwand deutlich. Besichtigungen finden oft dann statt, wenn Interessenten Zeit haben – also außerhalb klassischer Bürozeiten.

Planen Sie Zeit für Erstgespräche, Objektaufnahme, Unterlagen, Rückfragen, Besichtigungen und die Abstimmung mit allen Beteiligten ein. Auch wenn gerade kein Abschluss bevorsteht, kann kontinuierliche Akquise erforderlich sein. Klären Sie früh, wie viele Stunden Sie tatsächlich pro Woche investieren können und wie Sie mit dringenden Anfragen umgehen.

So gelingt der Einstieg nebenberuflich

  1. Fachwissen aufbauen: Beschäftigen Sie sich mit Immobilienbewertung, Vermarktung, Vertragsabläufen und den Pflichten eines Maklers.
  2. Erlaubnis und Anmeldung klären: Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Behörde nach den erforderlichen Schritten und Unterlagen.
  3. Geschäftsmodell festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie selbstständig arbeiten, mit einem Maklerbüro kooperieren oder zunächst als angestellter Mitarbeiter in die Branche einsteigen möchten.
  4. Kosten kalkulieren: Berücksichtigen Sie neben behördlichen Gebühren auch Ausgaben für Werbung, Internetauftritt, Software, Fahrtkosten und gegebenenfalls Beratung oder Versicherungen.
  5. Auftrag und Vergütung transparent vereinbaren: Halten Sie Leistungsumfang, Laufzeit und Provision nachvollziehbar fest. Für Wohnimmobilien gelten besondere gesetzliche Regeln zur Maklervergütung.
  6. Kapazitäten realistisch planen: Nehmen Sie nur so viele Aufträge an, wie Sie verlässlich betreuen können.

Wie viel kann man als nebenberuflicher Immobilienmakler verdienen?

Der Verdienst hängt unter anderem von der Zahl und dem Wert der vermittelten Immobilien, der vereinbarten Vergütung und der Dauer bis zum Vertragsabschluss ab. Eine Provision entsteht nicht automatisch durch eine Anzeige oder Besichtigung: Maßgeblich sind der konkrete Maklervertrag, die gesetzlichen Vorgaben und der erfolgreiche Nachweis oder die Vermittlung eines Vertrags.

Da ein Abschluss nicht garantiert ist und Einnahmen unregelmäßig anfallen können, sollten Sie nicht mit einem festen monatlichen Nebenverdienst rechnen. Kalkulieren Sie außerdem Kosten, Steuern und mögliche Zahlungsausfälle ein.

Selbstständig oder im Maklerbüro tätig?

Als selbstständiger Makler haben Sie mehr Kontrolle über Marke, Arbeitsweise und Aufträge. Gleichzeitig tragen Sie Verantwortung für Kundengewinnung, Verwaltung und laufende Kosten. Eine Tätigkeit in einem Maklerbüro kann den Einstieg erleichtern: Sie profitieren möglicherweise von bestehenden Abläufen, Erfahrung im Team und vorhandenen Kontakten. Prüfen Sie in diesem Fall genau, welche Aufgaben, Vergütung und Verantwortlichkeiten vertraglich vereinbart sind.

Häufige Fragen zum nebenberuflichen Immobilienmakler

Kann man ohne Ausbildung Immobilienmakler werden?

Eine bestimmte Berufsausbildung ist für die Erlaubnis nach § 34c GewO grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Fachliche Kenntnisse und die erforderliche Erlaubnis sind dennoch wichtig. Weiterbildungen können dabei helfen, Kunden kompetent zu beraten und rechtliche Fehler zu vermeiden.

Kann ich als Angestellter nebenberuflich Immobilien vermitteln?

Grundsätzlich kann eine selbstständige Nebentätigkeit möglich sein. Prüfen Sie jedoch Ihren Arbeitsvertrag und informieren Sie gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber. Die Tätigkeit darf Ihre Hauptarbeit nicht beeinträchtigen und keine berechtigten Interessen des Arbeitgebers verletzen.

Ist die Tätigkeit wirklich flexibel?

Sie können Ihre Arbeitszeit teilweise selbst planen. Besichtigungen, Kundentermine und Verhandlungen richten sich jedoch häufig nach der Verfügbarkeit anderer Beteiligter. Flexibilität bedeutet daher nicht automatisch einen geringen Zeitaufwand.

Fazit: Gute Vorbereitung ist entscheidend

Der nebenberufliche Einstieg in die Immobilienvermittlung kann eine interessante Möglichkeit sein, zusätzliche berufliche Perspektiven zu erschließen. Damit die Tätigkeit langfristig funktioniert, müssen Sie die Erlaubnis- und Gewerbevorschriften beachten, Ihre zeitlichen Kapazitäten realistisch einschätzen und Kunden zuverlässig betreuen. Informieren Sie sich vor dem Start bei der zuständigen Behörde und holen Sie bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen fachlichen Rat ein.

 

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Nebenberuflich Immobilienmakler werden

  1. Kann man nebenberuflich Immobilienmakler werden?
  2. Welche Voraussetzungen und Genehmigungen brauche ich, um nebenberuflich als Immobilienmakler zu arbeiten?
  3. Muss ich meinen Arbeitgeber über die nebenberufliche Tätigkeit informieren?
  4. Wie viel Zeit muss ich für die Tätigkeit als nebenberuflicher Immobilienmakler einplanen?
  5. Wie viel kann man als nebenberuflicher Immobilienmakler verdienen?

Kann man nebenberuflich Immobilienmakler werden?

Ja, grundsätzlich kann man nebenberuflich als Immobilienmakler tätig sein. Wer gewerbsmäßig Immobilien vermittelt, benötigt in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung und muss ein Gewerbe anmelden. Angestellte sollten außerdem ihren Arbeitsvertrag prüfen und klären, ob sie den Arbeitgeber über die Nebentätigkeit informieren oder dessen Zustimmung einholen müssen. Wichtig ist auch eine realistische Zeitplanung, denn Kundengespräche, Besichtigungen und Rückfragen fallen häufig abends oder am Wochenende an.

Welche Voraussetzungen und Genehmigungen brauche ich, um nebenberuflich als Immobilienmakler zu arbeiten?

Um nebenberuflich als Immobilienmakler tätig zu werden, benötigen Sie in der Regel eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO). Dafür prüft die zuständige Behörde insbesondere Ihre persönliche Zuverlässigkeit und Ihre geordneten Vermögensverhältnisse. Außerdem müssen Sie üblicherweise ein Gewerbe anmelden und steuerliche Fragen mit dem Finanzamt klären. Eine bestimmte Berufsausbildung ist grundsätzlich nicht vorgeschrieben, fundierte Kenntnisse zu Immobilienvermittlung, Verträgen und den geltenden Informations- und Geldwäschepflichten sind jedoch wichtig. Wenn Sie angestellt sind, prüfen Sie zusätzlich Ihren Arbeitsvertrag und informieren Sie gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber über die Nebentätigkeit. Die genauen Nachweise und Abläufe können je nach zuständiger Behörde variieren.

Muss ich meinen Arbeitgeber über die nebenberufliche Tätigkeit informieren?

Ob Sie Ihren Arbeitgeber über eine nebenberufliche Tätigkeit als Immobilienmakler informieren müssen, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag, möglichen Betriebsvereinbarungen und den Umständen des Einzelfalls ab. Häufig ist eine Anzeige oder Zustimmung vorgesehen – prüfen Sie daher die geltenden Regelungen, bevor Sie starten. Ihre Nebentätigkeit darf insbesondere Ihre Arbeitsleistung nicht beeinträchtigen, keine unzulässige Konkurrenz darstellen und muss mit den geltenden Arbeitszeitvorschriften vereinbar sein. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine rechtliche Beratung.

Wie viel Zeit muss ich für die Tätigkeit als nebenberuflicher Immobilienmakler einplanen?

Der Zeitaufwand hängt von der Anzahl Ihrer Aufträge und der jeweiligen Immobilie ab. Neben der Akquise und der Bearbeitung von Anfragen sollten Sie Zeit für Gespräche, Unterlagen, Exposés und Besichtigungen einplanen. Termine finden häufig abends oder am Wochenende statt und können sich über mehrere Wochen erstrecken. Legen Sie deshalb realistisch fest, wie viele Stunden Sie regelmäßig investieren können, und nehmen Sie nur so viele Aufträge an, wie Sie zuverlässig betreuen können.

Wie viel kann man als nebenberuflicher Immobilienmakler verdienen?

Wie viel ein nebenberuflicher Immobilienmakler verdient, hängt vor allem davon ab, wie viele Immobilien erfolgreich vermittelt werden, wie hoch deren Kauf- oder Mietpreis ist und welche Provision vereinbart wurde. Da eine Provision in der Regel erst bei erfolgreichem Abschluss anfällt, sind die Einnahmen oft unregelmäßig und nicht garantiert. Auch Kosten für Werbung, Fahrtwege, Software und Steuern sollten berücksichtigt werden. Ein verlässlicher Nebenverdienst lässt sich deshalb nicht pauschal angeben; kalkulieren Sie vorsichtig und prüfen Sie die geltenden gesetzlichen Vorgaben zur Maklervergütung.